Presse
24.11.2020, 19:50 Uhr | Femke Skupin
Jede vierte Frau wird mindestens einmal Opfer von Partnerschaftsgewalt
FU thematisiert Tabuthema „Gewalt an Frauen“
Häusliche Gewalt hat viele Erscheinungsformen und sie ist meist kein einmaliges Ereignis. Mit der Zeit nehmen Häufigkeit und Intensität bis hin zur Eskalation zu. Dabei ist weder der soziale und gesellschaftliche Hintergrund des Opfers noch des Täters bzw. Tatverdächtigen ausschlaggebend - es betrifft jede Gesellschaftsschicht.
Zum jährlichen Gedenktag zur Bekämpfung und Beseitigung von Gewalt gegen Frauen und Mädchen möchte die Frauen Union des CDU Kreisverbandes Hameln-Pyrmont auf dieses Kriminalitätsfeld aufmerksam machen. Im vergangenen Jahr sind in Deutschland knapp 115.000 Frauen Opfer von Partnerschaftsgewalt geworden. Die erfasste Opferzahl ist seit 2015 um 11,2% gestiegen. Dies geht aus der kriminalstatistischen Auswertung zur Partnerschaftsgewalt des Bundeskriminalamtes (veröffentlicht am 10.11.2020) hervor. „Dabei gehen wir von einer hohen Dunkelziffer aus, weil viele Taten nicht zur Strafanzeige gebracht werden“, fügt Martina Keese, Vorsitzende der Frauen Union, hinzu. 
Gerade bei Gewalt innerhalb der Partnerschaft fällt es den Frauen schwer, sich für eine Strafanzeige zu entscheiden. Meist wird der Schritt zur Polizei erst gewagt, wenn es für eine Beweissicherung schon zu spät ist. Deshalb bieten Kliniken eine vertrauliche und kostenfreie Untersuchung, die in späteren Gerichtsverfahren verwertbar ist. Dafür hat sich auch die Frauen Union eingesetzt. So hat beispielsweise das Sana Klinikum Hameln speziell geschulte Ärztinnen und Ärzte.

Im Landkreis Hameln-Pyrmont sind für das Jahr 2019 nach Angaben der Polizeiinspektion Hameln-Pyrmont/Holzminden zwei Straftaten gegen das Leben sowie 229 Straftaten gegen die persönliche Freiheit gegen Frauen und Mädchen in der (Ex)-Partnerschaft zu verzeichnen. „Für das laufende Jahr setzt sich dieser Trend in allen Bereichen nahezu auf demselben Niveau fort“, berichtet Stephanie Heineking-Kutschera, Pressesprecherin der Polizeiinspektion: "Dabei muss berücksichtigt werden, dass das Jahr noch nicht beendet ist!"

Das Frauenhaus in Hameln bietet Schutz und Zuflucht für diese Frauen.
Insgesamt verfügt das Frauenhaus über elf Plätze für Frauen mit ihren Kindern. Im letzten wie auch in diesem Jahr liegt die Belegung dieser Plätze bei über 100 Prozent. Katrin Meister, Mitarbeiterin im Frauenhaus, schildert: „Wir sind stets ausgebucht und müssen viele Anfragen über die Landkreisgrenzen hinweg aus Platzmangel an andere Häuser verweisen. Gerade in der Zeit nach dem ersten Lockdown der Corona-Pandemie stiegen die Anfragen."
Derzeit befinden sich auch 16 Kinder im Alter von ein bis 17 Jahren im Frauenhaus.

Die Frauen Union des CDU Kreisverbandes Hameln sammelt derzeit im Rahmen der Aktion „Ein Schuhkarton von Frau zu Frau“ schon seit 2016 Weihnachtspäckchen für Frauen im Frauenhaus und in der Harfe. „Wir möchten den Frauen zur Weihnachtszeit eine kleine Freude bereiten“, verkündet Martina Keese, Vorsitzende der Frauen Union „Es gibt keine konkreten Wünsche. Wir freuen uns über Pakete mit Kleinigkeiten, die das Frauenherz begehrt, deren Wert 15 Euro nicht übersteigen soll. Von Alltagsgegenständen über Kosmetikartikel bis hin zu besonderen Leckereien ist alles sehr willkommen. Da die Geschenke anonym verteilt werden, sollte keine größenabhängige Bekleidung dabei sein.“

Die als Geschenke verpackten (Schuh)-Karton können bis zum 18.12.2020 unter anderem in der CDU Marktstraße 32 in Hameln) sowie bei radio aktiv (Deisterallee 3 in Hameln) abgegeben werden. Weitere Abgabeorte in den Gemeinden werden noch bekanntgegeben.